Schlehen-Marmelade

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Als Kind habe ich Schlehen sehr geliebt. Nicht weit von unserem Haus entfernt war eine große Schlehenhecke. Dort bin ich oft zum naschen hin. Erstaunlich, denn Schlehen sind ja eher herbe Früchte, also nicht unbedingt das was Kinder mögen.
Dennoch bin ich später nicht auf die Idee gekommen Marmelade daraus zu machen. 

Meine Tante hat mir vor vielen Jahren eine selbstgemachte Schlehenmarmelade geschenkt. Sie war sehr lecker und erstaunlicherweise war mein Sohn, der damals noch sehr klein war, völlig versessen darauf. Aber auch er ist schon immer gerne in den Garten, um Johannisbeeren zu naschen.
Also stimmt es wohl nicht, dass Kinder immer nur Süßes mögen.

Nun wollte ich natürlich meine eigene Marmelade machen und habe angefangen auszuprobieren.

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Wie gesagt sind Schlehen sehr herb und da kann so eine Marmelade auch recht unangenehm schmecken. Also braucht sie noch etwas zum abrunden. Im Laufe der letzten Jahre habe ich einiges ausprobiert, heute stelle ich euch die Variante mit Saft vor.

Natürlich ist Schlehenmarmelade jetzt nicht einfach mal schnell hergestellt.
Zunächst müssen sie ja in der Natur gesammelt werden. Aber ist das nicht toll?! Wir gehen einfach raus und sammeln in der freien Natur etwas für unsere Ernährung.
Ich achte immer darauf nicht einen einzigen Strauch komplett abzuleeren, sondern ein bisschen von hier und ein bisschen von dort zu sammeln.
Diese Schlehen ernähren auch Tiere und deshalb räume ich nicht alles kahl, sondern gehe achtsam und umsichtig mit diesen Schätzen der Natur um.

Schlehen brauchen normalerweise einmal den Frost, damit sie ihre Bitterstoffe etwas verlieren. Das kann man auch umgehen, indem man die gesammelten Beeren einfriert.

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Die nächste Hürde sind dann noch die Kerne. Die lassen sich nicht so einfach entfernen. Man kann sie natürlich auch entsaften und Gelee machen, aber das mag ich nicht so gerne. Daher die mühsamere Variante. Aber…es lohnt sich!!!

Und nun noch ein Tipp. Auch wenn manch einer das Gefühl hat, es wäre noch ewig Zeit, aber vielleicht auch schon mal an Weihnachtsgeschenke denken. Etwas selbstgemachtes ist ja immer toll und Schlehenmarmelade ist dann mal was ganz besonderes.

Diesmal gibt es keine genauen Mengenangaben, denn euer Geschmackssinn ist gefragt. Je nachdem wieviel Schlehen ihr sammelt, wieviel Fruchtmark ihr heraus bekommt, wie ihr die Konsistenz mögt und wie süß ihr es haben wollt. Bei der Zubereitung gebe ich euch aber Hilfestellung.

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Ihr benötigt kein Geliermittel, da die Früchte sehr viel Pektin enthalten.

Zutaten:

etwa 1,3 Kilo Schlehen
etwa 400 ml Birnen- oder Apfelsaft
etwa 350 g Zucker

Zubereitung:

Nicht vergessen, die Schlehen müssen einmal Frost abbekommen haben oder eingefroren worden sein.
Die Früchte in einen Topf geben und einmal aufkochen. Dann bei niedriger Hitze etwa 40 Minuten einkochen. Dabei schon etwas Saft zugeben.
Dabei immer wieder umrühren, sonst brennt euch die Masse am Topfboden an.

Nun kommt die eigentliche Arbeit, die Schlehen müssen durch ein Sieb gestrichen werden, um das Fruchtfleisch vom Kern zu lösen. Wer eine flotte Lotte hat, sollte sie benutzen. Bei mir ging das beim ersten Anlauf noch nicht so gut, also habe ich den Rest der im Sieb hing nochmal ein paar Minuten aufgekocht und nochmal durch das Sieb. Das ging dann gut.

Nun kommt das Fruchtmark wieder zurück in den Topf und wird mit dem restlichen Saft und dem Zucker noch einmal aufgekocht.

Die Zugabe von Saft sollte so hoch sein, dass aus dem zähen Brei eine schöne Marmeladenkonsistenz wird. Achtung, der Zucker verflüssigt auch. Also vorsichtig rantasten.
Mit dem Zucker müsst ihr abschmecken wann euch die Marmelade schmeckt.

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Ja, es sind ein paar mehr Arbeitsschritte als zum Beispiel bei Erdbeermarmelade, aber dafür ist es wirklich was besonderes.

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Versucht es einfach mal.

Bin gespannt auf eure Kommentare 🙂

 

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